Freitags ist nicht nur mein freier Tag. Oft nutze ich ihn zum Putzen. Was ich nicht schaffe, wird an den Rest der Familie deligiert. Aber wir gehen es pragmatisch an. Es gibt wichtigeres im Leben. Unser persönliches Wohlfühllevel muss reichen. Die meiste Arbeit am Putzen ist eh das Aufräumen. Wenn die Grundordnung unter der Woche einigermaßen gehalten werden konnte, sind Staubsauger und Lappen schnell geschwungen. Und das beste daran ist, dass ich mal laut und ungestört Musik hören kann.
Freitag, 31. August 2012
Donnerstag, 30. August 2012
Count down
In genau einem Monat endet meine Zeit bei meinem bisherigen Arbeitgeber. Ein komisches Gefühl ist das schon. Nächste Woche werde ich nebenbei anfangen, sämtliche Schränke und Ordner nochmal durchzusehen, um eine ordentliche Übergabe hinzubekommen. Ich freue mich auch auf die neue Stelle. Etwas Wehmut bleibt. Ich hänge sehr an den Leuten, mit denen ich Arbeite. Am liebsten würde ich sie mitnehmen. Geht nicht. Aber ich bin ja nicht aus der Welt. Jetzt mache ich mir erstmal Gedanken, was ich noch als netten Abschluss anbieten könnte. Auch wenn keinem nach Feiern ist.
Mittwoch, 29. August 2012
Ohrenschmaus
Gestern Abend mit Mann und großer Tochter in schöner Kulisse feinen Stimmen gelauscht. Das Geburtstagsgeschenk an den Kerl im alten Haus.
Husky aus Australien waren die adäquate Vorgruppe...
...für Boy
Wir haben es sehr genossen!
Husky aus Australien waren die adäquate Vorgruppe...
...für Boy
Wir haben es sehr genossen!
Dienstag, 28. August 2012
Ausgedreht
Hat sich heute das Karussel vor unserer Haustür. Das Fest ist vorbei. Wir können wieder nach Hause. Gutes Gefühl. Da kann es bei den Schwiegereltern noch so nett sein.
Montag, 27. August 2012
Penthouse
Sonntag Mittag eine Einladung zum Brunch anlässlich einer Wohnungseinweihung. Die neue Bleibe hat stolze 200 m² und zieht sich über zwei Etagen. Netter Ausblick auf den Spessart. Erleichtert stelle ich fest, dass ich kein bisschen neidisch bin. Sehr schön, aber meins wäre es nicht. Ich mag den alten Kasten hier lieber, auch wenn er nicht perfekt ist. Aber das bin ich selbst ja auch nicht. Fällt dann vielleicht auch nicht so auf.
Sonntag, 26. August 2012
Winzlinge
"Wir sind 20 Jahre alt" prangt selbstbewusst auf einem Transparent und zahlreichen T-Shirts, als ich zur Jubiläumsfeier der ehemaligen Kindergrippe meiner Kinder komme. Waren die Stühle schon immer so klein? Haben meine Mädels mal darauf gesessen, ohne mit den Füßen ganz bis zum Boden zu kommen? Muss wohl so gewesen sein. Vor 14 Jahren war ich Vorsitzende dieser Elterninitiative und noch alleinerziehende Mutter einer kleinen Tochter. Die Einrichtung sollte mich entlasten, mir das Arbeiten und somit finanzielle Unabhängigkeit ermöglichen. Dann wurde überraschend das städtische Gebäude, in dem die Einrichtung damals war, komplett umgebaut. Die Betriebserlaubnis war dahin, neue Räumlichkeiten mussten gefunden werden. Die Stadt zuckte nur mit den Schultern. Einige Monate mussten in einem Provisorium überbrückt werden. Hätte sich damals nicht eine ganz liebe Frau nach einem verzweifelten Zeitungsartikel an uns gewandt, es gäbe die Einrichtung nicht mehr. Ältere Herrschaften, die sich freiwillig einen Kindergarten ins Haus holen, ich finde es heute noch unglaublich. Ein kleines Wunder. Mit den Zwillingsmädels konnte ich Jahre später selbst die Früchte meines Engagements ernten und die Zeit dort erstmals genießen. Ich habe mich sehr gefreut sie wieder zu sehen - Einrichtung und Frau. In sehr entspannter Atmosphäre habe ich dem bunten Treiben zugesehen und gedacht, dass es sich gelohnt hat. Ich bin damals zwar am Stock gegangen, aber es hat sich gelohnt. Nicht nur für meine eigenen Kinder. Ein sehr gutes Gefühl.
Samstag, 25. August 2012
Puppentheater
Handpuppen, von den Zwillingen bei den Ferienspielen gebastelt. Die eine ziert rückwärtig eine feine Frisur.
Die andere enpuppt sich nach der Wende als Tiger. Sie grüßen derzeit fröhlich vom Klavier.
Die andere enpuppt sich nach der Wende als Tiger. Sie grüßen derzeit fröhlich vom Klavier.
Freitag, 24. August 2012
Liebeskummer
Diese Woche habe ich eine alte Freundin getroffen. Lange haben wir uns nicht gesehen, bestimmt seit drei Jahren nicht und der Kontakt per Mail war auch sehr sporadisch. Als sie nun in unserem Heimatort zu Besuch war, habe ich ihr Auto bei ihren Eltern stehen sehen und einfach mal geklingelt. Einerseits war sie mir sofort sehr vertraut. Andererseits bin ich schon etwas erschrocken. So auf den zweiten Blick. Es hatte nichts damit zu tun, dass sie heute einige Kilos mehr auf den Rippen hat als noch vor ein paar Jahren. Es war ihr Blick, ihre ganze Erscheinung, ihre Ausstrahlung. Sie hat auf mich einen so ausgebrannten Eindruck gemacht. Ihr Mann dagegen sah aus, wie das blühende Leben, der Familienalltag mit drei Kindern scheint spurlos an ihm vorübergegangen zu sein. Dieses Ungleichgewicht hat mich erschüttert. Es hat mir weh getan, weil ich sie so sehr mag. So ist das eben, wenn ein Mensch einmal zu den wichtigsten im Leben gezählt hat und fest im Herzen verankert ist. Ich hoffe mein Eindruck hat mich getäuscht und sie ist einigermaßen glücklich. Ich würde sie gerne bald mal besuchen.
Donnerstag, 23. August 2012
72
Heute feiern wir. Mit meiner Mama. Auf dem Campingplatz, wo sonst. Eine der Konstanten in ihrem Leben.
Alles Liebe!
Mittwoch, 22. August 2012
Vorhölle
Der Aufbau hat begonnen. Um unser Haus tobt ab Freitag wieder eines der größten Volksfeste der Region. Ein Traditionsfest. Ironischer Weise haben sich meine Eltern dort 1956 kennen gelernt. Trotzdem, es ist unsere persönliche Hölle, der wir nur durch Flucht zu meinen Schwiegereltern entkommen. An Schlaf ist hier vier Nächte lang nicht zu denken.
Dienstag, 21. August 2012
Hexhex
Zur Geburtstagsfeier letztes Wochenende gab es ein Motto. Die Gäste sollten mit Hexenkostümen erscheinen. Ich bin kein Fan von Mottoparties, aber was soll's. Wir hatten ja noch Papierhüte und konnten diese schnell verwandeln. Mit zauberhafter Wasserfarbe im kühlen Schatten. Dazu etwas aus dem Fundus der Verkleidungskiste und fertig war das Hexenkostüm. Hat natürlich niemand lange angehabt, bei diesen Temperaturen...
Montag, 20. August 2012
Hitzefrei
Normalerweise ist mein Büro gut gekühlt, angenehm bei diesem Wetter. Heute morgen war es auffallend warm. Fenster öffnen geht nicht im 20. Stockwerk. Der Stördienst war ratlos, man suchte noch vergeblich den Fehler. Gegen 12.00 Uhr dann Alarm. Alle raus. Durch das teils unbeleuchtete Treppenhaus. Kein Probealarm. Vom 3. Stockwerk abwärts begleitete uns ein Bachlauf. Den gibt es da sonst nicht. Ein Wasserrohr, das zum Klimasystem gehört, war undicht. Das Gebäude ist nun bis zum Wochenende Dienstag unbenutzbar. Sonderurlaub, unverhofft. Unglaublich - aber wahr. Ich werde von zu Hause lediglich ein paar Mailanfragen beantworten können und es ansonsten genießen.
Sonntag, 19. August 2012
Hauptsache Wasser
Sommerhitze. Der große Nachteil an der Schule meiner Kinder ist, dass die Klassenkameraden aus dem gesamten Umland kommen. Das heißt für den heutigen Tag 44 km Anfahrt zum Kindergeburtstag. Bei 38° im Schatten kein Spaß, zumindest nicht für das Elterntaxi. Jammern zwecklos, selbstgewähltes Schicksal - zumindest der Eltern. Die Kids nehmen das Wetter ohnehin gelassen. Ist halt Sommer... Wohl war. Also sucht sich Mutter einen Badesee in der Nähe. 20 km sind relativ nahe. Sogar ein Parkplatz in Laufnähe ist noch zu finden. Und ein Platz für mein Handtuch direkt am Seeufer. Den Trubel kann ich ausblenden. Herrliches Nass. Schön war's.
Samstag, 18. August 2012
Hafenabend
Gestern Abend Open-Air-Kino im Hafen 2 - einer der sympatischsten Orte für Kultur in der Region. Endlich ist es mir gelungen "2001 - Odyssee im Weltraum" zu sehen ohne einzuschlafen. Der Film braucht eben eine große Leinwand und fette Boxen.
Wiesentage im Hafen 2 from Vladimir Majdandzic on Vimeo.
Freitag, 17. August 2012
Ferienwoche 6
Nochmal Urlaub. Es gibt eine traditionelle Männer-Kinder-Alpenwanderung in unserem Freundeskreis. Dieses Jahr in den Sommerferien, die Herbstferien der letzten Jahre hatten einfach zu viel Schnee in den Bergen. Wir und eine weitere Familie haben dann noch ein paar Tage in einer Waldarbeiterhütte angehängt. Aber zum Einstieg durften Männer und Kinder erstmal alleine wandern gehen. Rundwanderung zum Rotwandhaus mit Übernachtung. Unsere kleinen Mädels waren das erste Mal dabei und sehr wacker.
Wir Frauen hatten es uns auf der Hütte gemütlich gemacht. Eine ganz einfache Hütte, kein Handyempfang, kein Strom - dafür festinstallierte Gaslampen, immerhin fließend Wasser im Haus. Ein feiner Holzofen. Bachrauschen, ansonsten Sille. Gewaschen wurde sich am Brunnen hinterm Haus und dank mitgebrachter Solardusche und gutem Wetter gab es sogar vereinzeltes Open-Air-Duschen. Herrliches Leben. Eine Woche in den Bergen war für mich erholsamer als zwei Wochen Italien. Zwei Stunden Fußmarsch in die Zivilisation nach Bayrischzell. Eine halbe Stunde Spaziergang zur Nachbarin auf die Alm. Leichter Neid. Wenn mein Alltag chaotisch wird, sage ich ja manchmal im Scherz: "Ich will auf eine Alm (Insel lockt mich nicht wirklich)!" Nach dieser Woche bin ich mir ganz sicher. Ich muss das mal machen. Ein Sommer auf einer Alm.
Was ich nicht machen muss ist jagen. Klar, es gibt der Vegetation zuliebe Abschussquoten. Es gibt Regeln des Respekts, an die sich unser Jägerfreund gehalten hat. Es ist harte Arbeit, zumindest das Schießen einer Gams. Zwiespältig bleibe ich. Wenn ich jedes Stück Fleisch mit solchem Respekt essen würde (und es war wirklich lecker...) würde ich sicher insgesamt noch weniger davon konsumieren. Eigentlich ist jedes Stück Fleisch aus dem Laden perverser als ein Gamskopf auf der Feierabendbank neben der Hüttentür. Ich weiß aber nicht, ob ich was hätte essen können, hätte ich das Tier selbst schießen und zerwirken müssen.
Donnerstag, 16. August 2012
Ferienwoche 4 und 5
Zurück zu Hause bessert sich das Wetter langsam wieder. Für mich heißt es arbeiten. Für die zwei jüngsten Familienmitglieder fangen zwei Wochen Ferienspiele an: Schwimmbad, Basteln, Schminken, Ausflug in den Zoo, Batiken, eine Übernachtung mit der Gruppe.
Die älteste Tochter bricht ab der fünften Woche gemeinsam mit sieben weiteren Pfadfinderinnen zu einer 14-tägigen Wanderung nach Rumänien auf. Allein die 30 Stunden Busfahrt dorthin versprechen ein Abenteuer zu werden. Mein Mann tut das, was Lehrer immer in den Ferien machen - Arbeitszimmer aufräumen, ausmisten, ordnen und das neue Schuljahr vorbereiten. Außerdem kümmert er sich um Haus und Garten. Bei den Bienen steht eine Varoabehandlung mit Ameisensäure an. Ich ernte die ersten Kartoffeln. Wenig, klein aber fein.
Mittwoch, 15. August 2012
Ferienwoche 3
Weiter geht es, wir schlagen unsere Zelte am Lago d'Iseo auf. Ein heftiges Gewitter zieht heran, Sturmböen, früh ist es dunkel. Wir verkriechen uns tief in unseren Schlafsäcken. Eine unruhige Nacht, auf die ein überaus friedlicher Morgen folgt.
Wir können uns gar nicht satt sehen. Und kommen die nächsten Tage kaum aus dem Wasser raus. Eins der Kinder stellt auf dem Markt im Ort fest, dass das Taschengeld für den Kauf eines Delfins reicht...

Zum Abschied grillen dann auch wir. Um uns herum war das das allabendliche Ritual. Wie immer sitzen wir auf der Mauer und genießen die Aussicht. Und kommen mit einem alleinreisenden Deutschen ins Gespräch. Er ist von Sizilien durch ganz Italien geradelt und will noch weiter über den Splügenpass bis München und dann mit dem Zug nach Hause. Im richtigen Leben ist er Cellist im Ensemble Resonanz in Hamburg.
Dann geht es langsam nach Hause. Einen Tag verbringen wir noch wandernd in den Dolomiten und besuchen die Hüttenwirtin, bei der wir früher öfter zum Skifahren einquartiert waren.

Noch eine Übernachtung im Stubaital. Dann hat er uns wieder, le nord, so kommt es mir vor, als ich am Samstag im heimischen Bett wachwerde und es draußen gerademal 12° C hat.
Dies ist der 100. Post. Gutes Gefühl.
Dienstag, 14. August 2012
Ferienwoche 1 und 2
Zunächst sind da diverse erste Zeugnisse. Für die kleinen Mädchen die ersten überhaupt. Für das große Mädel das erste mit Noten. Sehr schöne Zeugnisse, alle drei.
Dann der Endspurt in Sachen Varieté. Zur Feier des letzten Schultags haben wir uns gemeinsam mit meiner Mutter die Show abgesehen. Sie war sehr beeindruckt von der ältesten Enkeltochter und der ganzen Truppe. Samstag dann die letzte Show mit anschließender Feier. Gut, wer eine Nachteule zur Mama hat. Mich kann man nicht strafen, mit einer nächtlichen Tour durch die Wetterau. Sonntag dann auch noch eine beeindruckende Jubiläumsshow mit Ehemaligen. Zum Teil arbeiten die heute als Profis irgendwo in der Welt.
Drei Tage musste ich noch arbeiten, während die anderen schon im Schlonzmodus angelangt waren. Am Mittwoch hieß es packen. Für mich etwas zu viel und zu nahtlos direkt nach der Arbeit. Mir vergeht jedesmal die Lust auf Urlaub, wenn es so ans Packen geht. Dieses "Allefreuensichnurichbingestresst-Chaos". Leider bin ich die einzige in der Familie, die auch ein paar freie Tage zu Hause als Urlaub empfindet.
Wenn ich dann erstmal unterwegs bin, geht es natürlich. Dann freue ich mich, so wie die ganze Zeit vorab ja auch.Wenn wir wegfahren, lassen wir es langsam angehen. Früh los, Frühstück im Auto, kurze Pippi-Pausen. Erster langer Zwischenhalt war Basel, das Museum Tinguely. Eines meiner Lieblingsmuseen, einer meiner Lieblingskünstler. Das erst Mal war ich dort gut einen Monat nach der Eröffnung, das damalige Baby vor den Bauch geschnallt und mit dem Mann, der langsam versucht hat, sich mit dieser neuen Situation zu arrangieren.. Das Museum - eine architektonische Perle - liegt direkt an Autobahn und Rhein und ist somit perfekt für eine Reisepause. Kinder lieben es, die tönenden Kunstwerke per Knopfdruck in Bewegung zu setzen. Wir hatten viel Spaß und am Schluss die Füße im Rhein
Erste Übernachtung im Zelt am Sempacher See, zweite in Italien in Salsomaggiore Terme. Von der Schweiz bis Italien begleiten uns heftige Unwetterschauer mit Hagel. Dann die Ankunft im Haus in der Toskana. Wärme, Abgeschiedenheit, Ruhe, Weite, Farben.
Allein der Blick aus dem Küchenfenster hat mich mit allem versöhnt..

Wir haben es uns gut gehen lassen, viel gelesen, abends lecker gegessen. Mittags ging nur Obst oder Salat, für alles andere war es zu heiß. Dazu Ausflüge in die Umgebung: Lucca geruhsam im Schatten auf der Mauer umrundet, Florenz - schrecklich voll aber immer noch das beste Eis, San Gimignano, Sienna - meine Lieblingsstadt in der Toskana, Vinci und ein Tag am Meer.
Montag, 13. August 2012
Zurück auf Los
Schulstart. Der frühe Vogel hat uns wieder. Bangen um günstige Stundenpläne. Die ersten beiden Wochen sind ein Organisationsspagat. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist immer wieder eine Herausforderung. Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht runterziehen lasse. Wird schon werden. Das Wetter tröstet. So bleibt ein Hauch von Feriengefühl. Ab morgen blicke ich hier auf die letzten sechs Wochen zurück.





















