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Freitag, 17. August 2012

Ferienwoche 6

Nochmal Urlaub. Es gibt eine traditionelle Männer-Kinder-Alpenwanderung in unserem Freundeskreis. Dieses Jahr in den Sommerferien, die Herbstferien der letzten Jahre hatten einfach zu viel Schnee in den Bergen. Wir und eine weitere Familie haben dann noch ein paar Tage in einer Waldarbeiterhütte angehängt. Aber zum Einstieg durften Männer und Kinder erstmal alleine wandern gehen. Rundwanderung zum Rotwandhaus mit Übernachtung. Unsere kleinen Mädels waren das erste Mal dabei und sehr wacker.


Wir Frauen hatten es uns auf der Hütte gemütlich gemacht. Eine ganz einfache Hütte, kein Handyempfang, kein Strom - dafür festinstallierte Gaslampen, immerhin fließend Wasser im Haus. Ein feiner Holzofen. Bachrauschen, ansonsten Sille. Gewaschen wurde sich am Brunnen hinterm Haus und dank mitgebrachter Solardusche und gutem Wetter gab es sogar vereinzeltes Open-Air-Duschen. Herrliches Leben. Eine Woche in den Bergen war für mich erholsamer als zwei Wochen Italien. Zwei Stunden Fußmarsch in die Zivilisation nach Bayrischzell. Eine halbe Stunde Spaziergang zur Nachbarin auf die Alm. Leichter Neid. Wenn mein Alltag chaotisch wird, sage ich ja manchmal im Scherz: "Ich will auf eine Alm (Insel lockt mich nicht wirklich)!" Nach dieser Woche bin ich mir ganz sicher. Ich muss das mal machen. Ein Sommer auf einer Alm.




Was ich nicht machen muss ist jagen. Klar, es gibt der Vegetation zuliebe Abschussquoten. Es gibt Regeln des Respekts, an die sich unser Jägerfreund gehalten hat. Es ist harte Arbeit, zumindest das Schießen einer Gams. Zwiespältig bleibe ich. Wenn ich jedes Stück Fleisch mit solchem Respekt essen würde (und es war wirklich lecker...) würde ich sicher insgesamt noch weniger davon konsumieren. Eigentlich ist jedes Stück Fleisch aus dem Laden perverser als ein Gamskopf auf der Feierabendbank neben der Hüttentür. Ich weiß aber nicht, ob ich was hätte essen können, hätte ich das Tier selbst schießen und zerwirken müssen.

Donnerstag, 16. August 2012

Ferienwoche 4 und 5

Zurück zu Hause bessert sich das Wetter langsam wieder. Für mich heißt es arbeiten. Für die zwei jüngsten Familienmitglieder fangen zwei Wochen Ferienspiele an: Schwimmbad, Basteln, Schminken, Ausflug in den Zoo, Batiken, eine Übernachtung mit der Gruppe.

























Die älteste Tochter bricht ab der fünften Woche gemeinsam mit sieben weiteren Pfadfinderinnen zu einer 14-tägigen Wanderung nach Rumänien auf. Allein die 30 Stunden Busfahrt dorthin versprechen ein Abenteuer zu werden. Mein Mann tut das, was Lehrer immer in den Ferien machen - Arbeitszimmer aufräumen, ausmisten, ordnen und das neue Schuljahr vorbereiten. Außerdem kümmert er sich um Haus und Garten. Bei den Bienen steht eine Varoabehandlung mit Ameisensäure an. Ich ernte die ersten Kartoffeln. Wenig, klein aber fein.



Mittwoch, 15. August 2012

Ferienwoche 3

Weiter geht es, wir schlagen unsere Zelte am Lago d'Iseo auf. Ein heftiges Gewitter zieht heran, Sturmböen, früh ist es dunkel. Wir verkriechen uns tief in unseren Schlafsäcken. Eine unruhige Nacht, auf die ein überaus friedlicher Morgen folgt.

Wir können uns gar nicht satt sehen. Und kommen die nächsten Tage kaum aus dem Wasser raus. Eins der Kinder stellt auf dem Markt im Ort fest, dass das Taschengeld für den Kauf eines Delfins reicht...


Zum Abschied grillen dann auch wir. Um uns herum war das das allabendliche Ritual. Wie immer sitzen wir auf der Mauer und genießen die Aussicht. Und kommen mit einem alleinreisenden Deutschen ins Gespräch. Er ist von Sizilien durch ganz Italien geradelt und will noch weiter über den Splügenpass bis München und dann mit dem Zug nach Hause. Im richtigen Leben ist er Cellist im Ensemble Resonanz in Hamburg.


Dann geht es langsam nach Hause. Einen Tag verbringen wir noch wandernd in den Dolomiten und besuchen die Hüttenwirtin, bei der wir früher öfter zum Skifahren einquartiert waren.






































Noch eine Übernachtung im Stubaital. Dann hat er uns wieder, le nord, so kommt es mir vor, als ich am Samstag im heimischen Bett wachwerde und es draußen gerademal 12° C hat.


Dies ist der 100. Post. Gutes Gefühl.

Dienstag, 14. August 2012

Ferienwoche 1 und 2

Zunächst sind da diverse erste Zeugnisse. Für die kleinen Mädchen die ersten überhaupt. Für das große Mädel das erste mit Noten. Sehr schöne Zeugnisse, alle drei.

Dann der Endspurt in Sachen Varieté. Zur Feier des letzten Schultags haben wir uns gemeinsam mit meiner Mutter die Show abgesehen. Sie war sehr beeindruckt von der ältesten Enkeltochter und der ganzen Truppe. Samstag dann die letzte Show mit anschließender Feier. Gut, wer eine Nachteule zur Mama hat. Mich kann man nicht strafen, mit einer nächtlichen Tour durch die Wetterau. Sonntag dann auch noch eine beeindruckende Jubiläumsshow mit Ehemaligen. Zum Teil arbeiten die heute als Profis irgendwo in der Welt.

Drei Tage musste ich noch arbeiten, während die anderen schon im Schlonzmodus angelangt waren. Am Mittwoch hieß es packen. Für mich etwas zu viel und zu nahtlos direkt nach der Arbeit. Mir vergeht jedesmal die Lust auf Urlaub, wenn es so ans Packen geht. Dieses "Allefreuensichnurichbingestresst-Chaos". Leider bin ich die einzige in der Familie, die auch ein paar freie Tage zu Hause als Urlaub empfindet.

Wenn ich dann erstmal unterwegs bin, geht es natürlich. Dann freue ich mich, so wie die ganze Zeit vorab ja auch.Wenn wir wegfahren, lassen wir es langsam angehen. Früh los, Frühstück im Auto, kurze Pippi-Pausen. Erster langer Zwischenhalt war Basel, das Museum Tinguely. Eines meiner Lieblingsmuseen, einer meiner Lieblingskünstler. Das erst Mal war ich dort gut einen Monat nach der Eröffnung, das damalige Baby vor den Bauch geschnallt und mit dem Mann, der langsam versucht hat, sich mit dieser neuen Situation zu arrangieren.. Das Museum - eine architektonische Perle - liegt direkt an Autobahn und Rhein und ist somit perfekt für eine Reisepause. Kinder lieben es, die tönenden Kunstwerke per Knopfdruck in Bewegung zu setzen. Wir hatten viel Spaß und am Schluss die Füße im Rhein

Erste Übernachtung im Zelt am Sempacher See, zweite in Italien in Salsomaggiore Terme. Von der Schweiz bis Italien begleiten uns heftige Unwetterschauer mit Hagel. Dann die Ankunft im Haus in der Toskana. Wärme, Abgeschiedenheit, Ruhe, Weite, Farben.

Allein der Blick aus dem Küchenfenster hat mich mit allem versöhnt..






 

Wir haben es uns gut gehen lassen, viel gelesen, abends lecker gegessen. Mittags ging nur Obst oder Salat, für alles andere war es zu heiß. Dazu Ausflüge in die Umgebung: Lucca geruhsam im Schatten auf der Mauer umrundet, Florenz - schrecklich voll aber immer noch das beste Eis, San Gimignano, Sienna - meine Lieblingsstadt in der Toskana, Vinci und ein Tag am Meer.



Dienstag, 3. April 2012

Montag war Kinotag



Die beiden jüngsten Familienmitglieder waren bei den Cousinen zum Übernachten eingeladen. Die Chance für einen Kinoabend der Eltern mit der Teenagerin. Familenfilmtauglich war The Best Exotic Marigold Hotel auf alle Fälle. Ich war zwei Monate in Indien, als ich gerade mal zweieinhalb Jahre älter war, als meine Tochter jetzt. Und ich bin 24 Stunden (statt geplanter 16) in einem Bus von Jodhpur nach Jaisalmer gefahren. Mit Abstand der gefährlichste Teil der Reise. Atemberaubende Überholmanöver. Wer bremst verliert, wie im Trailer sehr anschaulich gezeigt. Und ich hatte mich gewundert, warum ganz vorne beim Fahrer noch Plätze frei waren.